Lektorenwerkstatt: Allgemeines     Zurück zur Startseite

Angebot Lektorenwerkstatt
      Die Kurse finden einmal jährlich statt. Angestrebt wird als Termin ein Wochenende im März / April, das nicht mit der Leipziger Buchmesse oder evtl. Osterferien kollidiert. Die Benachrichtigung erfolgt sofort nach Abschluß der Referentensuche bundesweit an den Postverteiler der bisherigen TeilnehmerInnen und Literaten-Periodika. In der Regel ist dies mehr als 3 Monate vor dem Veranstaltungstermin. -- Die Seminare selbst dauern von Freitag 16:00 Uhr mit zwei Übernachtungen bis Sonntag 16:30 Uhr. Angestrebt wird, daß der Teilnehmerbeitrag unter 66 EUR bleibt und erschwingliche Übernachtungen zur Verfügung stehen (Stand 2007: 15,50 EUR ÜoF im Zweibettzimmer Naturfreundehaus; Einzelzimmer im Hotel ab 36 EUR/Nacht).

Zielsetzung Lektorenwerkstatt
     Die Teilnehmer sollen mit hauptberuflichen Lektoren, Kritikern und Autoren in Berührung gebracht werden, um alle Fragen der individuellen Text-Beurteilungsarbeit im direkten Gespräch zu klären. Ferner wird praktische Bewertungsarbeit an Teilnehmertexten, meist in Kleingruppen, in den Ablauf eingebunden, um die lektorische Heim-Vorarbeit vor Ort mit den Ergebnissen der anderen Teilnehmer zu vergleichen und mit dem Referenten zu besprechen. -- Prüfungen und Zertifikate können von der VHS Langen nicht abgenommen und ausgestellt werden. Die TeilnehmerInnen erhalten Teilnahmebescheinigungen und im Idealfall auch (später) protokollarische Zusammenfassungen des Seminars. Fernziel ist die Fähigkeit, Urteile über Fremdtexte an Hand objektiver Kriterien gegenüber dem Autor zu begründen -- eine Leistung, die von Verlagslektoren wegen zeitlicher Überlastung nicht erbracht werden kann.
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Angebot Textarbeit (2001 bis 2005)
Die Kurse fanden ebenfalls in Seminarform mit obigem Zeitablauf im Herbst statt (jeweils am Wochenende vor Totensonntag), wobei ein punktuelles Thema des belletristischen Schreibhandwerks im Mittelpunkt stand. Gearbeitet wurde schriftlich in Kleingruppen an vorbereiteten Teilnehmertexten und mündlich/akustisch im Plenum an vorgelesenen Texten. Die Lehrkraft hatte akademische Unterrichtserfahrung und zog Vergleiche/Beispiele aus der Weltliteratur heran. Das Angebot wurde 2006 eingestellt, weil die Anmeldungen mehrmals zu gering waren.

Zielsetzung Textarbeit
     Die Teilnehmer sollen praktische Schreibarbeit an eigenen Texten unter fachkundiger Anleitung leisten und dabei das spontane Urteil der gesamten Gruppe zur Verfügung haben. Wichtig ist, daß man sich für ein einziges schreibhandwerkliches Gestaltungsdetail ein ganzes Wochenende Zeit nimmt.
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VHS Langen
     Die Volkshochschule stellt den zivilrechtlich notwendigen Verwaltungsrahmen und die Räumlichkeiten für die Werkstattabende und Wochenendseminare zur Verfügung. Für die bundesweiten Wochenendseminare gelten wegen der Sonderkalkulation der Referentenkosten andere Mindest-Teilnehmerzahlen und andere Kursgebühren als in den normalen Geschäftsbedingungen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kursgebührenerstattung für Erwerbslose durch den Kreis Offenbach.
     Die VHS ist eine Abteilung der Stadtverwaltung und hat keine eigene Kasse. Geldverkehr läuft über die Konten der Stadtkasse, deshalb dürfen Zahlungen erst dann in Bewegung gesetzt werden, wenn eine Rechnung (über Kursgebühr oder Lehrbuch) vorliegt. Von Scheckzusendungen ist abzusehen, weil sie höheren Verwaltungsaufwand verursachen.
Allgemeine Geschäftsbedingungen zum Ausdrucken (2 Seiten)      Zurück nach oben
 

Lektorenwerkstatt und Textarbeit: Meldebedingungen
     Die bundesweite Ausschreibung erfordert wegen des gesteigerten Organisationsaufwandes eine Präzisierung der allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen damit einverstanden sein, daß

  • Postanschrift und Telefonnummer in Listenform an alle Angemeldeten weitergegeben werden, damit diese sich zur Bildung von Fahrgemeinschaften zur Anreise verabreden können;
  • Name und Wohnort sowie Anmeldedatum auf der Internetseite "www.lektorenwerkstatt.de" veröffentlicht werden, weil die VHS keine Meldebestätigungen verschickt;
  • ein verbindlicher Quartierwunsch bei der Meldung abgegeben wird (weil die Mehrbettquartiere langfristig vorbestellt werden müssen);
  • die Diskussionen und Referate im Plenum der Veranstaltung auf Tonband mitgeschnitten werden zum Zwecke der Protokollierung und für eventuelle Verwertung allgemeingültiger Äußerungen im Lehrbuch.
Vorausgesetzt wird, daß alle Interessenten Schreibseminar-Erfahrung haben, d. h. bereits Wochenend- oder Abendkurse für kreatives Schreiben kennen. Bei Diskussionen wird in der Reihenfolge der Wortmeldungen nach Rednerliste vorgegangen, falls der Stoff sehr ausführliche Besprechung erfordert und viele Fragen gestellt werden.
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Räumlichkeiten
     Die Schreibwerkstattabende und die Wochenend-Seminare finden statt im Kulturhaus »Altes Amtsgericht«. Dieses 130 Jahre alte Gebäude wurde 1993 mit großem Aufwand restauriert und für die Jugendmusikschule hergerichtet. Ein Raum ist für das Stadtarchiv reserviert, im Keller ist ein schallgedämmter Bereich für Schlagzeug und E-Musik installiert. Unter dem Dach ist ein Studio des Foto- und Videoclubs. Der letzte größere Umbau fand 1999 im 1. Stock statt, als die doppelte Anzahl an Computern für die gestiegene Nachfrage an EDV-Kursen eingerichtet wurde. Das Haus hat eine kleine Küche, mehrere Nebenräume für ca. 10 Personen und im ehemaligen Verhandlungssaal eine Bühne.
       Platz ist für maximal 90 Zuhörer in Stuhlreihen; werden Tische zum Mitschreiben benötigt, passen nur 30 Personen in den 7x7 Meter großen Zuschauerraum. Deshalb muß die Teilnehmerzahl auf nominal 30 begrenzt werden. Für Kleingruppenarbeit und für Mittagessen per Lieferküche kann temporär auf die kleinen Nebenräume ausgewichen werden.
Bilder       Zurück nach oben


 
Lektorenwerkstatt: Seminar-Ablauf
     Der Ablauf beginnt mit dem Einsendeschluß für die Textproben. Sie werden anonymisiert kopiert und dem Referenten übergeben. Er sucht diejenigen heraus, die sich zum Besprechen oder zum Bearbeiten in Kleingruppen am besten eignen. Wenn die Entscheidung gefallen ist, geht eine Nachricht an Jörg Jahn, der die ausgewählten vervielfältigt und an alle verbindlich Angemeldeten verteilt. Mit der Heimarbeit daran (Fehlersuche, Verbesserungsvorschläge, Fragen notieren) beginnt die erste Einstimmung auf die Seminar-Arbeit, in der Regel zehn Tage vor dem Veranstaltungstermin.
      Am Freitag Nachmittag werden die Anreisenden von den Mitgliedern der Schreibwerkstatt erwartet; es steht eine kleine Stärkung und frischer Kaffee / Tee sowie Wasser / Limonade bereit. Wenn die überwiegende Mehrheit eingetroffen ist, beginnt die Personenvorstellung. Die Gespräche im Plenum werden für protokollarische Zwecke auf Band mitgeschnitten. In der Eingangsdiskussion wird herausgefiltert, ob die Konzeption vollständig ist und welche Erwartungen die Teilnehmer an das Seminar und den Referenten haben. Danach beginnt der offizielle Teil mit den Unterrichtseinheiten; in der Regel ist der Ausschreibung schon ein detaillierter "Möglicher Ablauf" beigefügt. Für den Freitagabend ist ein Tisch im China-Restaurant vorbestellt.
      Der Samstag beginnt (8:00 Uhr) mit einem gemeinsamen Frühstück im Saal. Von 9:00 bis 12:30 Uhr laufen die ersten Unterrichtseinheiten; zum Mittagessen führt ein kleiner Spaziergang zu einem Restaurant in der Nachbarschaft. Von 14:30 bis 18:30 Uhr, mit Kaffee- und Raucherpausen, läuft die praktische Arbeit, ggf. in Kleingruppen. Bis 20:00 Uhr findet noch ein Auswertungsgespräch im Plenum statt. Für den Abend wird in Zukunft ein Tisch im Naturfreundehaus vorbestellt.
      Der Sonntag beginnt (8:00 Uhr) wieder mit dem gemeinsamen Frühstück im Saal. Von 9:00 Uhr an wird die praktische Arbeit fortgesetzt, die vor der Mittagspause in der abschließenden Plenardiskussion endet. Daran schließt sich eine Fragestunde mit dem Referenten (oder ein Vortrag) an, wobei Einzelheiten aus den praktischen Übungen noch geklärt werden können. Nach dem Mittagessen wird noch zu Ende diskutiert und -gefragt. Den Abschluß bildet die Manöverkritik-Runde mit einer kleinen Abstimmung über die mögliche Thematik für das Folgejahr.
      Im Nachgang erfolgt postalische Zusendung der Teilnahmebescheinigungen und Kritik-Rücklaufbögen.        Zurück nach oben
 

Lektorenwerkstatt/Textarbeit: Kursleitung
     Konzeption und Vorbereitung der Seminare werden ehrenamtlich geleistet. Termin- und Quartier-Reservierung, Themen-Auswahl, Erstellung einer möglichen Ablauf-Reihenfolge, Referentensuche und vielerlei Überzeugungsarbeit gehören in jedem Jahr dazu. In der zweiten Phase folgt der Schriftverkehr, um möglichst viele potentielle Teilnehmer zu erreichen. Ebenfalls ehrenamtlich ist die Moderation (Hilfe bei der Rednerliste) und die protokollarische Arbeit, deren Ergebnisse in das Lehrbuch einfließen.
      Während der Veranstaltung werden die Referenten und TeilnehmerInnen durch engagierte ehrenamtliche Hintergrundarbeit der Schreibwerkstatt-Mitglieder entlastet. Auf diese Weise ist optimale Konzentration auf den Lehrstoff möglich. Der Kursleiter betätigt sich als Ideensammler und Verbindungsperson, ist immer in der Lage, erstmalig anfragenden Interessenten Detail-Auskünfte zu geben und ihnen die Scheu vor der Teilnahme in einer Fortgeschrittenen-Gruppe auszureden.
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Lektorenwerkstatt: Lehrbuch
     Die Protokolle der Plenumsgespräche sowie von den Referenten mitgebrachte Grafiken werden für die Darstellung im Lehrbuch verwertet. Obwohl dabei überwiegend wörtliche Rede in Schriftdeutsch umgesetzt ist, bleibt der Lesecharakter unterhaltsam und wirkt nicht trocken oder verknappt. Der Inhalt wurde bis 2001 nach jeder Seminarveranstaltung erweitert. Der Charakter des Buches (A4-Format) ist weitgehend geprägt von dem ersten, großen Stilistik-Seminar. Das Gesamtwerk (2 Bände) ist für 14 EUR bei der VHS bestellbar; die Neuauflage mit der jeweils aktuellen Erweiterung erfolgt wegen geringer Nachfrage nicht mehr jährlich.
Inhaltsverzeichnis        Abbildung       Zurück nach oben
 

Lektorenwerkstatt: Historie
     Die "Lektorenschulung für Laien" geht auf eine Initiative von 1995/96 aus dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V. zurück. Dessen eigentliche ideelle Leistung war seit 1970 immer das ehrenamtliche Lektorat, meist in Gesprächswerkstätten vor Ort; bei Buchherausgaben jedoch aufgeteilt auf mehrere gewählte erfahrungsreiche Mitglieder, die über das Erscheinen eines Textes in der nächsten Anthologie zu urteilen hatten. In seltenen Fällen wurde auch mit Einverständnis der Autoren gekürzt oder geändert. Sachliche, systematische Fortbildung dieser Lektoren blieb jedoch immer ein Engpaß.
Chronik der Langener Lektorenschulung       Zurück nach oben