Wer, wie, was und warum?
Werkstatt: nicht Ort, sondern (auf dieser Website) Bezeichnung einer Personengruppe, die zustandebringen will, was von einer einzelnen Person nicht geleistet werden kann.
Schreibwerkstatt (Typ 1): Personenkreis, der sich freiwillig mit der Erstellung von Texten befaßt, die eventuell von außenstehenden Personen gehört oder gelesen werden sollen, wobei auch das Lesen freiwillig ist. Die Schreibwerkstatt hat Vereinsform. Ehrenamtliche Leitung, unbegrenzte Kritik, die jede/r Teilnehmende zu ertragen lernt. Mehrheitsentscheidungen bei Themen- und Textauswahl für Lesungen und Bücher; Wahl eines Werkstattsprechers; auch wechselnde Versammlungs- oder Kursleitung durch Abstimmungsentscheid.
Schreibkurs: in der Regel von Volkshochschulen (aber auch auf Universitäten in Seminarform) veranstaltetes Semester-Angebot mit fester Lehrkraft, die als Ideengeber/in stilistische und handwerkliche Grundfertigkeiten vermittelt und z.B. Schreibblockaden überwinden hilft, besonders wenn die Teilnehmer textgebundene Prüfungsarbeiten abliefern müssen.
Schreibwerkstatt (Typ 2): Eigenbezeichnung von Schreibkursen, deren Lehrkraft Salär von der VHS bezieht und darauf angewiesen ist, daß sich alle Teilnehmer im nächsten Semester wieder einschreiben, damit der nächste Kurs zustandekommt. In derartigen "Werkstätten" ist die Kritik(fähigkeit) am Manuskript sehr eingeschränkt, was Außenstehende normalerweise bemerken ("Schreibwerkstätten-Stil") und Probleme mit dem freiwilligen Weiterlesen haben.
Lektor ist (auf dieser Website) eine geschulte Person, die ihr Urteil über nicht-eigene Texte anhand künstlerischer, handwerklicher und manchmal auch inhaltlich-logischer Kriterien begründen kann. Die Bandbreite reicht vom einfachen Probehörer / -leser bis zum Routinier, der auch fundierte Verbesserungsvorschläge machen kann.
Verlagslektor ist eine akademisch geschulte Person mit geschäftlich-kaufmännischem Hintergrund, der als Coach für einen/mehrere Autor(en) tätig ist, der/die bereits vor Fertigstellung eines Buchtextes unter Vertrag genommen worden ist/sind, weil die Thematik/en gut verkaufbare Bücher versprechen. Textbeurteilung wird heutzutage auf Honorarkräfte ausgelagert; Textsichtung und Suche eines geeigneten Verlags übernehmen Literatur-Agent(ur)en.
Lektorenwerkstatt: Seminarveranstaltung für fortgeschrittene Schreibende, die sich systematischer "Lektorenschulung für Laien" unterziehen, um die Begründungskriterien für Textbewertungsurteile zu erlernen und später ehrenamtlich zu lektorieren. Als Lehrkräfte werden Verlagslektoren, journalistisch tätige Kritiker oder engagierte Deutschlehrer mit Erfahrung in Erwachsenenbildung unter Vertrag genommen. Hoher Stellenwert kommt dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden untereinander zu. Übergreifendes Ziel ist es, die Literatur als Fachbereich der Kunst zu begreifen und das künstlerische Urteilsvermögen zu steigern.
Kreative Schreibwerkstatt Langen: Schreibwerkstatt vom Typ 1, die seit 1993 besteht und zweimal monatlich zusammentritt, um thematisch orientierte Beiträge zu schreiben und sich Anregungen zur Weiterführung des Plots zu geben und gegenseitig Verbesserungsvorschläge zu machen.
    Wir laden jede/n, der/die mehr als Tagebuch und Briefe schreibt, ganz herzlich ein, seine Texte mitzubringen und zu prüfen, ob sie so aufgefaßt werden, wie es beabsichtigt war; ob der Stil "ankommt" und an den richtigen Stellen gelacht wird -- jede/r von uns ist ein bißchen ehrenamtliche/r Lektor/in und neuem Stoff immer aufgeschlossen.

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